LRS: Lese-Rechtschreibstörung - Chancengleichheit


       

       
     
   Entspannung der Lernbedingungen

 

 

Die Anerkennung der Diagnose LRS seitens der Lehrkräfte in der Schule kann die

 

Lernsituation der betroffenen Schüler/ Schülerinnen sehr entspannen.

 

Eine Zusammenarbeit von Eltern, Therapeutin und Lehrkräften ist eine wichtige Grundlage

 

für die Verbesserung der Lernbedingungen des Schülers, der Schülerin mit LRS.

 

Die Betonung der Stärken des Kindes oder Jugendlichen und die Umsetzung des

 

Nachteilsausgleichs tragen dazu bei, den Teufelskreis von Frustrationen und negativem

 

Selbstbild der Betroffenen zu durchbrechen.

 

 

 

         Nachteilsausgleich und Notenschutz

 

 

Nach dem Runderlass des Kultusministeriums NRW vom 19.7.1991 11 A 3.70-20/0-1222/91

 

sind Notenschutz und Nachteilsausgleich für Kinder/ Jugendliche mit LRS in der Schule umzusetzen.

 

Es muss von den Eltern einfach nur  (ohne besondere Gutachten!) ein formloser Antrag auf Nachteilsausgleich

 

bei der Schulleitung gestellt werden. Daraufhin findet ein Gespräch statt, in dem bestimmte ausgleichende

 

Maßnahmen festgelegt werden.

 

Den Schülern und Schülerinnen mit LRS können z.B. bei Klassenarbeiten und Prüfungen mehr Zeit sowie

 

technische Hilsmittel oder Arbeitsblätter mit größerer Schrift zur Verfügung gestellt oder es darf eine andere

 

oder abgeänderte Aufgabenstellung verwendet werden. Sie dürfen sich die Aufgaben auch vorlesen lassen.

 

Auf die Benotung der Rechtschreibung soll in allen schriftlichen Fächern verzichtet werden.

 

Statt dessen kann eine Bemerkung unter der Klassenarbeit hinzugefügt werden, die den Lernstand

 

beschreibt und zum Weiterlernen motiviert. Der Anteil des Rechtschreibens ist bei der Benotung 

 

im Fach Deutsch und Fremdsprachen zurückhaltend zu gewichten. Prüfungen dürfen auch mündlich erfolgen.

 

In den Zeugnissen kann in der Rubrik "Bemerkungen" aufgenommen werden, dass die Schülerin oder

 

der Schüler an einer zusätzlichen LRS-Fördermaßnahme teilgenommen hat.

 

 

 

        Spezielle Förderung

 

 

Für 5 – 10 % aller Kinder reicht die schulische Förderung nicht aus, um flüssiges Lesen und

 

richtiges Schreiben zu lernen. Sie bleiben im Schreiben und Lesen hinter ihren Mitschülern zurück.

 

Von Klassenstufe zu Klassenstufe wird der Abstand zu den Anforderungen der Schule immer größer.

 

Ca. 4 % der Schüler sind von einer Legasthenie betroffen (so der Bundesverband Legasthenie).

 

Schulische Förderung muss über die Binnendifferenzierung im Klassenverband hinaus gehen.

 

Empfohlen sind kleine, symptomatisch homogene Gruppen, die eine individuell zugeschnittene

 

Förderung ermöglichen. Es sollten standardisierte Lese- und Rechtschreibtests durchgeführt und

 

evaluierte Förderprogramme eingesetzt werden.

 

 

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Lesen und Schreiben lernen ohne Stress,  Anne Lüling: Kontakt